1 Woche Plastikfrei & Tipps für mehr Plastikfreiheit im Alltag #1

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Der Wecker klingelt, ihr geht ins Bad, wascht euch das Gesicht/duscht, putzt euch die Zähne, cremt euch das Gesicht ein, bevor ihr mit der Tagesroutine beginnt. Vielleicht läuft nebenher auch schon die Kaffeemaschine - ein Schluck Milch/Milchersatz darf darin natürlich nicht fehlen.
SO oder so ähnlich sehen wohl bei den meisten von uns die ersten Schritte am Morgen aus. Aber wisst ihr, wieviel Produkte mit Plastik ihr in diesen wenigen Minuten schon "komsumiert" habt?
Ich habe vorletzte Woche beim Projekt Eine Woche Plastikfrei mitgemacht und war ein bisschen schockiert, wieviele Produkte des täglichen Lebens man denn in Plastikverpackung "konsumiert".
Umso spannender fand ich es, eine Woche auf Plastsik zu verzichten. (Die Produkte, die ich zu Hause habe, habe ich natürlich verwendet - aber eben keine neuen gekauft).
Heute möchte ich euch mein Fazit aus dieser Woche gerne vorstellen. Vorab gesagt: Es wird 2 Teile geben, damit es nicht zuuu viel Text wird. Der erste hier wird sich mit dem Einkaufen auseinandersetzten, der zweite dann mit Produkten im Badezimmer.

Und man könnte jetzt sagen: OK dann kauf einfach nichts in dieser einen Woche. Aber wir wollen es ja mal realistisch nachstellen, denn jede Woche macht man einen Wocheneinkauf und auch ein paar Kleinigkeiten werden besorgt. Noch dazu hatte meine Mama Geburtstag, das hieß: Blumen besorgen / Pralinen kaufen / Geschenk besorgen & Kuchen backen. Das alles natürlich plastikfrei!

Es geht mir übrigens nicht darum, gleich perfekt plastifrei zu sein und mit erhobenen Zeigefnger auf andere zu zeigen. Absolut nicht!  Davon bin ich nämlich weit entfernt (vorallem wenn ich mir so meine Vorratsschränke anschaue). Ich werde euch auch nie mein Einmachglas mit dem Müll der letzten 6 Monate präsentieren können. Aber es sind viele kleine Schritte, wie jeder von uns seinen Alltag ein bisschen plastikfreier gestalten kann.

Gute Alternativen beim Einkaufen & in der Küche:

- Alternativen zur Plastikverpackung suchen. Jogurt, Milch, Sahne etc. findet ihr zum Beispiel im Glas. Manchmal sogar auch in Pfandgläsern, die man zurückgeben kann. Was ich zum Beispiel nicht gefunden habe sind laktosefreie/milchfreie Alternativen. An der Frischetheke war es bei uns leider noch nicht möglich, Ware direkt ins eigene Glas zu bekommen (Hygienevorschriften).
Nudeln bekommt ihr zum Beispiel im Karton verpackt und auch Zucker/Mehl sind oft plastikfrei zu bekommen.

- Loses Obst & Gemüse könnt ihr in selbst mitgebrachte Netze/Säcke füllen. Brot/Brötchen kann man sich beim Bäcker gerne auch in einen sauberen Stoffbeutel füllen lassen. Platiktüten im Supermarkt sind mittlerweile wirklich überflüssig. Schöne Netze in verschiedenen Größen finde ihr z.b. hier von Kyerivs oder purifyou (Amazon Affilate Link)

- Luxus ist natürlich, wenn man einen Unverpackt-Supermarkt in der Stadt hat. Wir habene in Freiburg zum Beispiel die Glaskiste. Hier könnt ihr eure eigenen Gläser / Boxen mitbringen, und die gewünschten Zutatenmenge abfüllen. Sehr praktisch, wenn man zum Beispiel für einen Kuchen nur soundsoviel Gramm einer Zutat braucht (die man sonst eher weniger braucht).
Hier gabs an der Frischetheke auch Butter, Käse & Oliven. Die Preise sind ähnlich wie beim Markt - nicht ganz günstig aber die Grundnahrungsmittel wie Mehl, Nudeln und so waren absolut im preislichen Rahmen.Hier ein paar Beispiele: 100 gr Polenta = 0,29 Euro / 100 gr Quinoa = 1,20 Euro / 100 gr Kokosraspel = 0,99 Euro / 100 gr Quinoa = 1,20 Euro / 100 gr Rohrzucker = 0,40 Euro

- Auf dem Wochenmarkt einkaufen. In Freiburg & Umland haben wir das Glück, dass recht oft Markt ist und ein Gemüsehof in der Nähe hat sogar auch 2 mal die Woche abends geöffnet. 
Da ist es bei uns garkein Problem alle Produkte verpackungsfrei in die eigene Box/Tüte zu bekommen.
Spargel/Erdbeeren bekommt ihr ja auch gerne bei den Buden an der Straße - hier immer gleich die eigene Tüte hinhalten und sagen, dass ihr es darein haben wollt. 
Und ja, ich gebe zu: Auf dem Markt einkaufen ist ein bisschen Luxus. Denn so wirklich an die Discounterpreise kommt man da natürlich nicht ran. Es ist ein kleines Privileg sich das leisten zu können, aber da ich mag es einfach auch die regionalen Bauern zu unterstützen, und so versuche ich doch die Produkte die ich im Supermarkt nicht verpackungsfrei bekomme, auf dem Markt zu kaufen.

Das abfüllen in eigene Gefäße/Boxen habe war übrigens auch beim arabischen/türkischen Supermarkt kein Problem. Sie hat mir Hummus & Falafeln direkt in meine Box gefüllt. Beim Asialaden habe ich z.B. auch Tofu als einzelne Stücke (eingelegt) zu Kaufen gefunden. Kann man sich hier auch selbst in seine Box füllen.


- Blumen plastikfrei zu bekommen ist beim Floristen recht einfach (aber auch nicht unbedingt günstig). Hier könnt ihr direkt sagen was ihr wollt. Eine gute Alternative sind die Selbst-Pflücker-Felder, die es gerne mal gibt. Schöner Nebeneffekt: Ihr könnt euch eure Blumen farblich selbst zusammenstellen. Wenn es nicht unbedingt ein Blumenstrauß sein soll, dann könnt ihr ja auch einfach einen schönen Blumentopf mit einem Ableger eurer eigenen Pflanzen schenken. Kommt auch sehr gut an.

- Geburtstagspralinen für meine Mama wollte ich auch gerne in mein Glas abgefüllt haben. Ging bei 2 Konditoreien -in denen ich nachgefragt habe - leider nicht. Bei der 3. habe ich sie mir die Pralinen dann auf ein Pappteller (vom Cafe) packen lassen und sie nach dem bezahlen selbst in mein mitgebrachtes Glas gefüllt. Gute Alternative zur Folie. Schade aber, dass keine Papiertüte/Papiergeschenkbox angeboten wird.  (Ich gestehe: Man kommt sich etwas doof vor, wenn man 2 mal eine Absage bekommt - auch wenn es nur um ein kleines Plastiktütchen geht. Aber ich wollte die Woche gerne durchhalten und umso stolzer war ich, als ich an dem Tag alles plastikfrei bekommen habe was ich wollte.)

- Plastikfrei schenken: Das war schon ein bisschen schwieriger. Zum Glück ist meine Mama ein absoluter Foodie und so konnte ich ihr im Feinkostgeschäft Essig und Öle in Flaschen abfüllen lassen. Sehr gut sind hier zum Beispiel die Ketten oilvinegar und Vom Fass (dort gibt es sogar auch Alkohol, Sirups etc.) - zu Schade, dass unsere Filiale in Freiburg geschlossen hat.
Sehr schöne plastikfrei-Geschenke sind sonst auch Gutscheine für gemeinsame Aktivitäten/gemeinsames Essen gehen oder Naturkosmetik/-produkte (manche bekommt man auch gut bei Alnatura). Ich liebe ja z.B. Sachen von Lush & Co und verschenke diese auch sehr gerne.


- Kaugummis! Kaugummis sind eigentlich auch Plastik - habt ihr euch das mal überlegt? Mit jedem weggeworfenen Kaugummi, wandert ein Stück Plastik in die Natur. Außerdem schaut man sich die Inhaltsliste der Kaugummis auch lieber nicht zu genau an - die gleich nämlich einer Chemiebombe. Seitdem ich das mal gelesen habe, steige ich auch gerne mal zur guten alten Pfefferminzpastille um, wenn ich was frisches zum Kauen mag.

- Auch zu Hause kann man einiges an Plastik einsparen. Statt Plastiktüten/Folie nimmt man Butterbrotpapier oder Bienenwachstücher. Diese habe ich übrigens auch selbstgemacht und euch in den Stories unter Nachhaltigkeit die Schritt-für-Schritt-Anleitung gespeichert.

- Ich finde auch mealprep einen wichtigen Punkt, denn da könnt ihr ebenfalls Plastikeinsparen. Vorgekochtes in eigenen Boxen mitnehmen statt spontan im Supermarkt für die Mittagspause was to-go zu kaufen (was in der Regel schön in plastik verpackt ist). Ich überlege mir zum Wochenende einige Dinge die ich die Woche essen/kochen will und kaufe dann genau das ein.
Sonntags wird dann immer vorgekocht für ein paar Tage und alles in Gläser und Boxen verpackt.

- Selbstmachen statt kaufen. Es gibt ja fast für alles DIY Anleitungen im Internet. Das finde ich ansich echt super, wenn da nur nicht die Zeit so oft fehlen würde.Ein paar habe ich euch hier mal zusammengepinnt. Wusstet ihr, dass Natron zum Beispiel ein kleiner Vielkönner ist? (Hier  bei careelite gibts einen tollen Beitrag dazu)



- Beim Shoppen Lust auf einen Kaffee to go? Absolut ok! Aber bitte mit eigenem To Go Becher :).

- Und apropo Kaffee: Wusstet ihr, dass es für einige Kaffeemaschinen, wiederbefüllbare Kapseln gibt?

- Beim Werkeln in der Küche braucht es manchmal Küchenpapier. Dieses ist aber leider auch immer in Plastik verpackt. Eine tolle Alternative sind da Bambus-Tücher (zum Beispiel diese von Pandoo / AmazonAffilateLink) - die wesentlich stabiler sind als normale Küchentücher und auch mehrfach gewaschen werden können. Auch die Spülbürste/Schwann kann ersetzt werden mit einer Spülbürste aus Holz - mit auswechselbarem Kopf (gibt es z.b. Hier bei Amazon oder auch in vielen Bioläden).



Einkaufsfazit nach der Woche plastikfrei: Es braucht Zeit alles zu besorgen, denn man bekommt nicht alles am selben Platz/im selben Geschäft. Und wir wissen ja, Zeit ist auch ein kleines Luxusgut. Extra weit zu fahren ist ja auch nicht unbedingt umweltfreundlich.

Außerdem kann ich mir vorstellen, dass bei großen Familien der finanzielle Aufwand auch oft eine Rolle spielt. Ich gehe gerne und auch fast jede Woche zum Markt. Aber ich habe von meinem Gehalt keine 4köpfige Familie zu versorgen. Wir machen uns leider viel zu selten bewusst, wie priviligiert wir eigentlich sind, dass wir uns aussichen können wo und von wem wir unsere Zutaten kaufen. 

Viele kleine Dinge habe ich schon beim Einkaufen umgesetzt (Wichtigste Regel: immer immer immer genug Tüten dabei haben), und auch jetzt halte ich noch mehr die Augen nach plastikfreier Verpackung offen und greife darauf zurück.
Snacks, die z.B. nochmal einzeln in Folie verpackt sind müssen tatsächlich nicht sein.  Manche Produkte gibt es aber leider nicht verpackungsfrei (so wie laktosefreie Milchersatzprodukte)- ob man dann darauf verzichten kann/will, muss jeder für sich entscheiden... Ich finde im Zusammenhang zu noplastic steht auch immer nofoodwaste! Auf Plastik verzichten, aber massig Essen wegschmeißen passt dann auch wieder nicht zusammen.

Im nächsten Teil sprechen wir dann über Produkte, die man vielleicht im Badezimmer ersetzten kann.

Wie steht ihr zum Thema plastikfrei? Gibts noch Tipps, die ich vergessen habe? Immer gerne her damit.

Kommentare :

  1. Liebe Ina,

    ein wirklich klasse Beitrag mit so vielen tollen Tipps! Ich stimme dir voll und ganz zu, dass wir unsere Privilegien öfters wertschätzen sollten und dass es gar nicht so einfach ist, den Alltag komplett plastikfrei zu gestalten. Aber dennoch gibt es kostengünstige Möglichkeiten und Wege um auf Plastik zu verzichten und wenn wir alle ein bisschen bewusster konsumieren ist damit schon so viel getan ❤ Es sind die kleine Taten, die große Kreise ziehen können! Ich freu mich schon auf deinen Beitrag zu den Produkten im Badezimmer! Liebe Grüße, Katrin

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  2. Ein sehr spannendes Projekt. Und wenn man mal so genau durch seinen Alltag geht ist es wirklich krass wie viel Plastik da verwendet wird. Bei manchen Sachen sicher schwierig, bei anderen aber auch wirklich machbar, wie der Klassiker zum Einkauf seinen eigenen Jutebeutel mitzunehmen. Zum Glück in Deutschland schon sehr verbreitet, im Ausland speziell den USA wird man da immer noch sehr irritiert angeschaut, leider.
    Spannend an deinem Beitrag finde ich ja, dass du an der Frischetheke aufgrund Hygienevorschriften nicht deine eigenen Behaälter nutzen kannst, es aber in diesen "Lose-Läden" oder auch im arabisch/türkischen Supermarkt ohne Probleme ging. Die müssten doch in Deutschland alle die gleichen Hygienevorschriften haben....

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  3. Hey Ina. Toller Beitrag :-)
    In was für einem Supermarkt kaufst du denn frischen Humus und Falafel?

    Lg Jule

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  4. Hey Ina - toller Beitrag! Ich hab das bei dir immer mal auf Instagram mitverfolgt und fand das super spannend! Die Dinge, die "leicht" von der Hand gehen mach ich auf jeden Fall auch schon, aber deine Tipps waren super hilfreich, sodass ich mir das ein und andere auch noch abgeschaut habe :). Meistens ist es nur immer etwas schwierig, wenn die Plastikfreie Alternative um das 3-4fache teurer ist. Einerseits konsumiert man da zwar, klar, bewusster - aber ich greif da doch auch noch eher zu günstigeren Variante..

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  5. Dein Post ist richtig toll und richtig ausführlich geworden. :) Da sind viele schöne Tipps dabei und manches habe ich wirklich noch nicht bedacht, wie z. B. das mit den Kaugummies. >.< Ich will mir nach Himmelfahrt auch mal einen Unverpacktladen anschauen, mal sehen, wie es in unserem aussieht. :)

    Liebst Elisabeth-Amalie von Im Blick zurück entstehen die Dinge

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  6. Hey Ina. Toller Beitrag :-) Vielen Dank!

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